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Glossar

Begriffe und Definitionen der Flächenheizung/-kühlung (Fachbereich Flächenheizung/-kühlung im BDH)

AllgemeinSystemkomponenten Bauweisen Heizen und Kühlen Appendix

Allgemein

Randdämmstreifen

Dämmmaterial zur Randfuge bei Estrichen entlang von Wänden (10 mm).

Es muss ein Bewegen des Estrichs um 5 mm möglich sein. (EN 1264-1)

Trittschalldämmung

Die Trittschalldämmung ist für Fußbodenheizung/-kühlung relevant und dementsprechend in den Systemplatten oft integriert und somit Bestandteil der Wärmeübergabe. Grundsätzlich ist zwischen Trittschall- und Wärmedämmung zu unterscheiden!

Wärmebereitstellung (Kältebereitstellung)

Wärmebereitstellung ist der Anlagenteil, der die Wärme zur Verteilung bereitstellt. Bei der Flächenheizung/-kühlung bezeichnet dieser Anlagenteil auch die Kältebereitstellung durch einen Kälte-Pufferspeicher oder ein Kälteaggregat (Wärmepumpe, Kaltwassersatz).

Dies kann ein Heizungspufferspeicher oder ein Wärmeerzeuger sein.

Wärmedämmung

Die Wärmedämmung gegen Außen oder gering/unbeheizt, ist für die Erreichung des Mindest-Wärmeschutzes notwendig und unabhängig von der Wärmeübergabe sicherzustellen. Die
Wärmedämmung ist nicht Bestandteil des Wärmeübergabesystems, sondern bauseits – je nach Anforderungen des Bauteils/Gebäudes – zu leisten.

Hinweis: Allerdings ist bei der Anordnung von Systemen der Flächenheizung/-kühlung gegen außen, gering oder unbeheizt, ein systembedingter Mindest-Wärmeschutz gemäß DIN EN 1264-4, Tabelle 1…

Wärmequelle

Ein im Verhältnis der Umgebung größeres Wärmepotenzial (Übertemperatur), welches zur Wärmezuführung genutzt wird. [Passive Wärmequellen, z. B. Solarstrahlung, interne Wärmegewinne (Wärmelasten); aktive Wärmequelle, z. B. Wärmeerzeuger mit/ohne Pufferspeicher, Solarthermie, Biomasse usw.]

Wärmesenke

Ein im Verhältnis der Umgebung geringeres Wärmepotenzial (Untertemperatur), welches zur Wärmeabführung genutzt wird. [Passive Wärmesenke, z. B. Umweltwärme, Erdreich, interne Wärmesenken (Wärmebrücken); aktive Wärmesenken, z. B. Kälteerzeuger mit/ohne Kältespeicher, Kaltwassersatz usw.]

Wärmeverteilung (Kälteverteilung)

Wärmeverteilung wird der Anlagenteil genannt, der die Wärme von der Wärmebereitstellung an die Wärmeübergabe verteilt. Bei der Flächenheizung/-kühlung wird im Kühlbetrieb über diese Anlagenteile auch die "Kälte" (niedrige Vorlauftemperaturen zur Erreichung einer Untertemperatur) verteilt. Die Schnittstelle zwischen Wärmeverteilung und Wärmeübergabe ist der Heizkreisverteiler, die im Kühlbetrieb zum Kälteverteiler wird.


Systemkomponenten

(Rohr-) Biegeradius

Maximaler Biegeradius eines spezifischen Systemrohres.

Herstellerangabe

Anbindeleitung

Anbindeleitungen werden die Vor- und Rückläufe genannt, welche vom Heizkreisverteiler aus in den entsprechenden Raum zur Wärmeübergabefläche geführt werden. Sie sind keine Wärmeübergabe, jedoch Bestandteil eines Wärmeübertragungskreises.

Heizkreisverteiler

Die Systemkomponente Heizkreisverteiler bildet die Schnittstelle von Wärmeverteilung auf Wärmeübergabe zu sämtlichen Wärmeübergabekreise. Er besteht aus einem
absperrbaren Verteiler und Sammler für die Wärmeübergabe-/Regelkreise, mit Ventileinsätzen zur Feineinstellung des hydraulischen Abgleichs. Im Kühlbetrieb wird der Heizkreisverteiler zum Kühlkreisverteiler. (Mit „Kreislaufverteiler“ und „Heiz- und Kühlkreisverteiler“ wird er in der EN 1264-1 beschrieben)

Raumthermostate

Thermostate in verschiedenen Ausführungen zur Einstellung der gewünschten Raumtemperatur, mit Einstellfunktion zur Einzelraumtemperaturregelung, drahtgebunden und in Funk-Ausführung.
Raumthermostate sind Systembestandteil der Flächenheizung/-kühlung.
Hinweis: In bestehenden Gebäuden/Anlagen besteht gemäß Energieeinsparverordnung (EnEV) eine Nachrüstpflicht.

Regeleinheit

Als Regeleinheit wird jene Systemkomponente der Steuerungs- und Regelungstechnik zur Verknüpfung der Systemkomponenten Raumthermostate (gewünschte Raumtemperatur) und Stellmotoren der Wärmeübertragungskreise (spezifische Wärmeleistung) bezeichnet.

Feineinstellungen zum hydraulischen Abgleich.

Mehr Informationen zum Thema: www.effizienzmitsystem.de

Rohrabstand (Teilung)

Der Abstand von zueinander parallellaufenden Systemrohren (Stichmaß) wird normativ Teilung genannt. In der Praxis ist zudem der Begriff „Verlegeabstand“ (V) sehr geläufig.

Rohrbefestigung

Die vollständige Befestigung sämtlicher Systemrohre ist Bestandteil des Systems und muss eigenstabil ausgeführt sein.

Systemplatte

Die Systemplatte ist Montage- und Befestigungsgrundlage für das Systemrohr und erfüllt bei der Fußbodenheizung/-kühlung auch die Anforderungen an den Trittschall. Bei Wand- und Deckenanwendungen ist der geforderte Wärmeschutz zu beachten.

Die Eignung der Systemplatte als Innendämmung an Wänden und Decken ist zu prüfen – Feuchtetransport!

Systemrohr

Als Systemrohr wird das Wärmeübertragungsrohr der Wärmeübergabe (aber auch der Anbindeleitungen) bezeichnet, welches vom und zum Heizkreisverteiler geführt und dort angeschlossen wird. Für jedes Systemrohr gilt das entsprechende Befestigungssystem.
(z. B. PE-X, PB, PP-Rohre, Mehrschichtverbundrohr, PE-RT-Systeme, PE-MDX)

Wärmeübergabe

Wärmeübergabe sind alle Anlagenteile/-komponenten, die Wärme an den Raum übertragen (Heizkörper, Konvektoren, thermische Bauteilaktivierung, Bauteiltemperierung). Bei der Flächenheizung/-kühlung wird auch die Wärmeübergabe aus dem Raum (Kühlung) durch Umkehrung des Wärmetransports ermöglicht. Schnittstelle ist der Heizkreisverteiler. Wesentlicher Bestandteil ist das Systemrohr inkl. Befestigung, sowie eine etwaige die Systemplatte (je nach Bauweise).

Wärmeübergabefläche

Die Wärmeübergabefläche ist die thermisch wirksame Fläche eines Raumes an Boden, Wand oder Decke, welche die Wärmeübergabe sicherstellt. Die Wärmeübergabefläche besteht aus der Oberfläche abschließenden Materialien, wie Putze, Trockenbauplatten, keramischen Fliesenbeläge und Natursteinplatten, sowie diversen Bodenbelägen.

Wärmeübergabekreis

Wärmeübergabekreis, ist die Bezeichnung für die hydraulische Anbindung einzelner Kreisläufe zum Heizen und Kühlen eines Raumes. Es können auch mehrere Wärmeübergabekreise für einen Raum ausgeführt/notwendig sein, die zu einem Regelkreis (Einzelraumregelung) zusammengeführt werden. Bestandteile der Wärmeübergabekreise sind neben der Anbindeleitungen die Leitungen (Systemrohre) der Wärmeübergabefläche, welche am Heizkreisverteiler angeschlossen werden.
Jeder Wärmeübergabekreis ist zu dokumentieren…

Wärmeverteilschicht

Die Wärmeverteilschicht bezeichnet den Gesamtaufbau, welche sich unterhalb der Wärmeübergabefläche befindet, bzw. deren Aufbau kennzeichnet. Es ist die thermisch wirksame Materialschicht, welche die Wärmeübergabefläche ausmacht, wie Estrichen in Nass- und Trockenbauweisen, Putzen, sowie Trockenbauplatten. (Bauart A und B)


Bauweisen

Klettsystem

Klettstreifen am Rohr ermöglichen die formstabile Befestigung der Systemrohre direkt auf dem Klettvlies der Systemplatte.

Modul-Bauweise (Trockenbau)

Das Systemrohr befindet sich vollständig innerhalb einer Trockenbauplatte mit gleichen Abmessungen, die modular kombiniert und montiert werden kann. Die Abmessungen orientieren sich an den standardisierten Trockenbau-Rastermaßen. Bauart A

Nass-Bauweise

Bauweise zur vollständigen Integration des Systemrohres in der Wärmeverteilschicht (Estriche und Putze).

Noppensystem

Systemplatte mit Noppenausbildung und Befestigungspunkten zum Aufnehmen und Fixieren der Systemrohre.

Register-Bauweise (Trockenbau)

Das Systemrohr befindet sich in einer Systemplatte mit Wärmeleitblech, worauf eine Trockenbauplatte als Wärmeverteilschicht montiert wird. (Variable Abmessungen zur Integration von Befestigungsprofilen, z. B. Holz/Trockenbau)

Bauart B

Schienensystem

Schienensysteme zur Aufnahme (Klick-Funktion) der Systemrohre, an Decke und Wand befestigt und auf dem Boden fixiert.

 

Tackersystem

Das Systemrohr wird mit Tackernadeln aus Kunststoff direkt auf einer gewebeverstärkten Trittschall-Dämmung (Systemplatte) fixiert.

System-Werkzeug


Heizen und Kühlen

Aktive Kühlung

Kältebereitstellung über eine technische Wärmesenke (z. B. Wärmepumpe, Kaltwassersatz).

Die aktive Kühlung (mit Energiezuführung) benötigt anstelle der natürlichen Wärmequelle einen Kälteerzeuger, der eine definierte Kälte erzeugt. Dies kann z. B. eine reversible Wärmepumpe sein, die im Winter heizt und im Sommer kühlt. Die aus dem Kühlprozess generierte Wärme kann anderen Prozessen zugeführt werden. Mit einer aktiven Kühlung können definierte Kühlleistungen mit hoher Regelgüte realisiert werden. Im Gegensatz zur passiven Kühlung ist bei der aktiven Kühlung, neben der Hilfsenergie für die Umwälzpumpe, zusätzliche Endenergie für das Kälteaggregat notwendig.

Ankühlung (Kühlfunktion 1)

Ankühlung bedeutet die Ankühlleistung, welche aus der Auslegung nach Heizlast (DIN EN 12831) bei einer Raumtemperatur von 20°C im Heizfall für den Kühlfall resultiert.

Heizlast

Heizlast ist die notwendige Wärmeleistung in W (Watt), welche gemäß Heizlastberechnung nach DIN EN 12 831 im Auslegungsfall zu kompensieren ist.

Heizlastdichte (spezifische Heizlast)

Die Heizlastdichte bezeichnet die flächenbezogene Heizlast in W/m²

Heizwasser (Heizmittel)

Wärmeträgermedium Wasser der Flächenheizung/-kühlung, welches gem. VDI 2035 aufzubereiten ist, um Korrosion und Verschmutzungen zu vermeiden. Das Medium Wasser ermöglicht Heizen und Kühlen gleichermaßen. Dementsprechend wird Heizwasser auch als Kühlwasser, bzw. Kühlmittel verwendet.

Kältestromdichte

Die Kältestromdichte ist ein flächenbezogener Leistungsbezug in W/m², welcher das Wärmeübergabevermögen vom Raum auf die thermisch aktivierte Oberfläche anzeigt. (Durch die Umkehrung des Wärmestromes wird die physikalisch korrekt bezeichnete Wärmestromdichte im Kühlfall Kältestromdichte genannt.)

Kühllast

Notwendige Kälteleistung gemäß Kühllastberechnung nach VDI 2078.

(Planungsgrundlage/Auslegung) VDI 2078

Kühllastdichte (spezifische Kühllast)

Spezifische Kühlleistung pro Quadratmeter.

 

Kühlwasser (Kühlmittel)

Wärmeträgermedium Wasser der Flächenheizung/-kühlung, welches gem. VDI 2035 aufzubereiten ist, um Korrosion und Verschmutzungen zu vermeiden. Das Medium Wasser ermöglicht Heizen und Kühlen gleichermaßen. Dementsprechend wird Heizwasser auch als Kühlwasser, bzw. Kühlmittel verwendet.

Massestrom in kg/h

Angabe des Rohdichtetransports des Wärmeträgermediums (Wasser) pro Stunde.

Hydraulischer Abgleich

Max. Vorlauftemperatur

Höchste Vorlauftemperatur im Heizfall (Auslegungstemperatur).

Mindest-Vorlauftemperatur

Niedrigste Vorlauftemperatur im Kühlfall (Auslegungstemperatur).

Vermeidung von Taupunktunterschreitung!

Mittlere Heizwassertemperatur

Gemittelte Temperatur aus Vorlauf und Rücklauf im Heizbetrieb.

 

Mittlere Kühlwassertemperatur

Gemittelte Temperatur aus Vorlauf und Rücklauf im Kühlbetrieb

Passive Kühlung

Kältebereitstellung über eine natürliche Wärmesenke (z. B. Erdwärmesonden, Grundwasser).

Die passive Kühlung (ohne Energiezuführung) verlangt lediglich eine natürliche Wärmesenke, welche keinen Endenergieaufwand verlangt, um Kälte zu erzeugen. Dies ist in der Regel ein Erdwärmeübertrager im Untergrund, der eine zuverlässige, hohe Temperaturdifferenz zur Wärmequelle (Innenraum) aufweist. Je größer und konstanter diese Temperaturdifferenz ist, desto qualitativ hochwertiger ist die Wärmesenke, von der die Kühlwirkung bzw. Kühlqualität abhängt. Für den Betrieb ist lediglich ein Bypass in Form eines Wärmeübertragers zur Systemtrennung mit einer Pumpengruppe für den sekundären Wärmeübertrager (Wärmesenke) notwendig, der Bestandteil des Gesamtsystems ist.

Siehe auch: Ankühlung.

Spreizung (Δϑ)

Als Spreizung wird die Temperaturdifferenz zwischen Vorlauf und Rücklauf bezeichnet und wird mit der Einheit K (Kelvin) ausgewiesen. Während die Heizfunktion eine positive Spreizung (z.B. 7 K bei 35°C/28°C) aufweist, zeigt die Kühlfunktion eine negative Spreizung (z.B. – 5 K bei 18°C/23°C)

Taupunktwächter

Der Taupunktwächter ist eine sicherheitstechnische Einrichtung, welche verhindert, dass im Kühlprozess zu hohe Temperaturdifferenzen entstehen, welche einen Tauwasserausfall provozieren würden. Wird der Tauwasserpunkt erreicht, schaltet der Kühlbetrieb ab. Für die Funktion des Taupunktwächters muss ein Temperatursensor im Bauteil positioniert werden.

Der Taupunktwächter ist Bestandteil der Heizungs- bzw. Kühlungssteuerung.

Übertemperatur

Temperaturdifferenz zwischen mittlerer Heizwassertemperatur zur Raumtemperatur im Heizbetrieb.

Umkehreinrichtung

Hydraulische Umschaltung an der Wärmebereitstellung zur Kältebereitstellung (und umgekehrt) als reversible Funktionsweise Heizen und Kühlen. Keine Systemkomponente.

Bypass/ Anlagenhydraulik – Schnittstelle MSR

Untertemperatur

Temperaturdifferenz zwischen mittlerer Kühlwassertemperatur zur Raumtemperatur im Kühlbetrieb.

Vollkühlung (Kühlfunktion 2)

Maximal mögliche Kühlleistung einer Flächenkühlung, die eine maximale Belegungsdichte (> 90%) und einen sehr engen Verlegeabstand verlangt. Vollkühlung bedeutet die Kühlleistung gem. Auslegung nach Kühllast (VDI 2078) bei einer Raumtemperatur: 25 °C.

Die Vollkühlung sagt nicht aus, ob die Kühllast (VDI 2078) erreicht wird. Dies ist objektspezifisch zu prüfen. In manchen Fällen kann schon die Ankühlleistung die Kühllast abdecken.

Volumenstrom in l/h

Angabe des Volumentransports des Wärmeträgermediums (Wasser) in Masse pro Stunde. Diese Angabe ist u.a. relevant für den hydraulischer Abgleich des Systems.

Wärmestromdichte

Die Wärmestromdichte ist ein flächenbezogener Leistungsbezug in W/m², welcher das Wärmeübergabevermögen von der thermisch aktivierten Oberfläche an den Raum anzeigt.

Wirksame Oberflächentemperatur

Temperaturen der an den Raum wirksamen Flächen an Boden, Wand und Decke.


Appendix

Belegreifheizen

Belegreifheizen ist bei Estrichen in Nassbauweise notwendig, um den Estrich zur Belegreife (Bodenbeläge) zu trocknen. (Dokumentation). Die Angaben des Estrich-Herstellers sind zu beachten!

Funktionsheizen

Das Funktionsheizen dient zur Feststellung der Funktionen von Systemen der Flächenheizung/-kühlung an Boden, Wand und Decke. Diese Leistung ist eine VOB-Leistung und ist zu dokumentieren

Funktionskühlen

Das Funktionskühlen dient zur Feststellung der Funktionen von Systemen der Flächenheizung/-kühlung an Boden, Wand und Decke. Diese Leistung ist eine VOB-Leistung und ist zu dokumentieren

Trockenheizen

Mit einem Trockenheizen kann die Trocknung von Wand- und Deckenputzen unterstützt werden. Dies ist in der Regel bei Lehmputzen problemlos möglich. Bei anderen Putzen ist dies mit dem Hersteller abzustimmen.