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Nassbauweise

Flächenheizung/-kühlung

Bei der Nassbauweise wird die Wärmeverteilschicht aus „nassen“ Materialien wie Estriche und Putze hergestellt, nachdem das Systemrohr als Wärmeübertrager mittels Befestigungsschiene (Wand und Decke) oder Systemplatte (Fußboden) auf die rohe Wand/Decke oder den rohen Boden installiert wurde. Für bestehende Gebäude bieten die Systemhersteller eine Vielzahl von besonderen Modernisierungs-Systemen an, wie z.B. Dünnschichtsysteme für den Fußboden mit sehr geringem Bodenaufbau.

Nassbauweise an Wänden und Decken (Schienensystem)

Die Nassbauweise an Wänden und Decken unterscheidet sich lediglich durch die Positionierung. Die Befestigung der Systemrohre erfolgt über eine Befestigungsschiene, entweder an der Wand, oder an der Decke. Diese Befestigungsschienen müssen eigenstabil befestigt werden und dienen der Aufnahme des Systemrohres. Dabei können die Verlegeabstände in 50 mm Schritten variiert werden. Dementsprechend können Verlegeabstände von 100, 150, 200, oder 250 mm realisiert werden.

Voraussetzung für die Montage der Befestigungsschienen ist eine ebene Fläche, gute Befestigungsmöglichkeit für das Systemrohr mitsamt der Befestigungsschiene. Darüber hinaus muss die Materialhaftung des Wand- oder Deckenputzes sichergestellt sein. Aus diesem Grund ist der Untergrund zu prüfen und bei Bedarf z.B. mit einem Haftgrund vorzubereiten.

Nach der Montage der Befestigungsschiene an den entsprechenden Wand- und/oder Deckenflächen und der Montage der Systemrohre der Heiz-/Kühlkreise, inkl. Anschluss am Heiz-/Kühlkreisverteiler, erfolgt erst eine Dichtheitsprüfung (inkl. Prüfprotokoll), bevor die Wärmeverteilschicht in Form eines Wand- und Deckenputzes aufgetragen wird.

Die Unterputzlage, welche das Systemrohr entsprechend seines Außendurchmesser vollständig umfasst, bildet die Systemrohrebene. Die Aufbaudicke der Unterputzlage entspricht dabei dem Außendurchmesser des Systemrohres, inkl. dessen Befestigungsschiene. Bevor der finale Oberputz mit einer Dicke von maximal 10 mm aufgetragen werden kann, wird ein Armierungsgewebe eingebracht, um Rissbildungen an den Wand- und/oder Deckenflächen zu vermeiden.

Die vollständige Wärmeverteilschicht inkl. finaler Oberflächengestaltung einer Wand- und Deckenheizung/-kühlung in Nassbauweise, kann demnach – in Abhängigkeit des Systemrohrdurchmessers - eine Gesamtdicke von bis zu 30 mm aufweisen.

Nassbauweise auf dem Boden

Auf dem Boden erfolgt die Befestigung der Systemrohre in der Regel mit einer Systemplatte, welche die Systemrohre eigenstabil aufzunehmen vermag und dabei auch den Anforderungen des Trittschalls entspricht. Etwaige notwendige Wärmedämmungen sind nicht Systembestandteil der Flächenheizung/-kühlung und sind bauseits zu stellen.

Dementsprechend umfangreicher und auch vielfältiger zeigt sich die Nassbauweise für den Fußboden und unterscheidet sich im Wesentlichen durch die Art der Befestigung der Systemrohre als Tackersystem, Noppensystem und Klettsystem. Die Grundlage aller Systeme ist die Systemplatte als Trittschalldämmung und Befestigungsgrundlage für das Systemrohr. Bei sämtlichen Systemplatten müssen die Stöße vollständig verklebt und an den Wandanschlüssen Randdämmstreifen eingesetzt werden.

Die Aufbauhöhe einer Systemplatte beträgt bis zu 25 mm. Dünnschichtsysteme ohne Trittschalldämmung besitzen eine deutlich geringere Aufbauhöhe. Die Mindest-Überdeckung mit Estrichen beträgt in Abhängigkeit der Traglast 35 bis 45 mm. Auch hier bieten die Systemhersteller geringere Aufbauhöhen mit abgestimmten Fließestrichen an.

Die klassische Nassbauweisen unterscheiden sich in ihrer Bezeichnung ob ihrer Art der Befestigung des Systemrohres in Tackersystem, Noppensystem und Klettsystem.


Tackersystem

Das Tackersystem besteht aus einer mit Gewebefolie beklebten Systemplatte, auf der die Rastermaße für die Verlegeabstände (100 mm, 150 mm, 200 mm, 250 mm) aufgedruckt sind. Entlang der dem Verlegeabstand des Systemrohres entsprechenden Linie wird das Systemrohr geführt und mit Tackernadeln durch die Gewebefolie auf der Systemplatte befestigt.

Noppensystem

In die Systemplatte mit Trittschalldämmung sind Noppen ausgestanzt, die mit einem formstabilen Kunststoff überzogen und mit einer Wulst versehen sind, um das Systemrohr in seiner Lage stabilisiert, zu fixieren. Die Anordnung der Noppen entspricht ebenso einem gleichmäßigen Raster um verschiedene Verlegeabstände (100 mm, 150 mm, 200 mm, 250 mm) zu ermöglichen. Es wird kein zusätzliches Befestigungsmaterial benötigt.

Klettsystem

Das Klettsystem ist vergleichbar mit dem Tackersystem, allerdings ohne Gewebefolie auf der Systemplatte, jedoch auch mit einem Raster, um einen gleichmäßige Verlegeabstände (100 mm, 150 mm, 200 mm, 250 mm) zu ermöglichen. Vielmehr ist beim Klettsystem die Systemplatte mit einem Vlies überzogen. Auf diesem Vlies haftet das mit einem Hakenband umwickelte Systemrohr. Es wird kein zusätzliches Befestigungsmaterial benötigt.


Belegreifheizen

Vor der Übergabe an das nächstfolgende Gewerke, wie bei der Fußbodenheizung/-kühlung in Nassbauweise, der Estrich- und Bodenleger, muss ein Belegreifheizen durchgeführt werden, um die Trocknung des Estrichs sicherzustellen, bzw. kontrolliert zu beschleunigen. Für das Belegreifheizen ist in der Heizungsregelung ein dem Estrich angepasstes „Belegreifheiz-Programm“ zu aktivieren. Die Trocknung eines Estrichs muss aber ohnehin erfolgen. Mit einer Fußbodenheizung kann sie kontrolliert verkürzt werden.

Für bestehende Gebäude bieten die Systemhersteller eine Vielzahl von besonderen Modernisierungs-Systemen an, wie z.B. Dünnschichtsysteme für den Fußboden mit sehr geringem Bodenaufbau.