Regelung, Verteilung und Hydraulik

Die Heizlast kennzeichnet den notwendigen Wärmestrom in den Raum zum Aufrechterhalten einer vorgegebenen Soll-Raumtemperatur. Diese entspricht der Wärmemenge je Zeiteinheit, die der warme Raum bzw. das Gebäude an die kältere Umgebung abgibt. Analog dazu beinhaltet die Kühllast die notwendige Wärmeabfuhr im Sommer zur Aufrechterhaltung einer vorgegebenen Soll-Raumtemperatur.
In Abhängigkeit von der Außentemperatur, den inneren Lasten sowie den Eigenschaften des Gebäudes oder der Sonneneinstrahlung, verändert sich die tatsächliche Heizlast bzw. Kühllast.

Vorlauftemperatur

Die zentrale Regelung eines Flächenheiz- und -kühlsystems regelt die Vorlauftemperatur in Abhängigkeit von geeigneten Führungsgrößen, z. B. Außentemperatur, so dass der aktuelle Wärmebedarf gedeckt werden kann, unnötig hohe Vorlauftemperaturen jedoch vermieden werden.
Im Kühlfall stellt die zentrale Regelung sicher, dass eine für die Kühlanwendung geeignete Vorlauftemperatur eingehalten und zugleich die Taupunkttemperatur nicht unterschritten wird, um Kondensatbildung an Verteilleitungen und Übergabeflächen auszuschließen.

Verteilung

Die einzelnen Systemkreise je Raum bzw. Gebäudeabschnitt werden an einen Heizkreisverteiler mit Vor- und Rücklaufbalken angeschlossen. Jeder Heizkreis besitzt ein Stellventil zur Steuerung des Massenstroms, welches mit einem elektrischen Stellantrieb ausgestattet ist. Darüber hinaus kann an jedem Heizkreis ein zusätzlicher Durchflusswiderstand eingestellt werden, siehe unten „Hydraulischer Abgleich“.

Einzelraumregelung

Raumthermostate, die vom Gesetzgeber in jedem Raum vorgeschrieben sind, erfassen die Raumtemperatur und deren Abweichung vom eingestellten Sollwert. Es wird ein Signal per Kabel oder Funk an die Steuereinheit im Verteilerschrank übermittelt, der entsprechende Stellantrieb zur Steuerung des Wasserdurchsatzes öffnet oder schließt dann den Heiz-/Kühlkreis je nach Bedarf.
Für die kombinierte Anwendung Heizen und Kühlen muss ein geeigneter Heiz-/Kühlregler installiert sein.

Hydraulischer Abgleich

Gemäß VOB Teil C bzw. DIN 18380 ist der hydraulische Abgleich einer Heiz-/Kühlanlage zwingend vorgeschrieben. Dadurch werden optimale Betriebsbedingungen sichergestellt.
Aufgrund der unterschiedlichen Länge und Anzahl der Rohrbiegungen bei den Strang-Zuleitungen vor dem Heizkreisverteiler und unterschiedlichen Heizkreislängen liegen sehr unterschiedliche Fließwiderstände vor. Um sicherzustellen, dass jeder Heizkreis mit dem bei der Projektierung ermittelten Massenstrom versorgt wird, erfolgt eine Einregulierung der Heizkreise am Heizkreisverteiler.
Ein hydraulischer Abgleich spart Energie, optimiert die Wärmeverteilung in den Systemflächen, verhindert Fließgeräusche, sorgt für einen guten Wirkungsgrad der Anlage und erhöht die Regelfähigkeit des Systems.