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Flächenheizung und Flächenkühlung

Fachkonferenz am 28. November 2017 in Hamburg:

Flächenheizung/-kühlung als Verbindungselement zwischen Architektur und Anlagentechnik

„Die Flächenheizung/-kühlung als Verbindungselement zwischen Architektur und Anlagentechnik“ – unter diesem Motto veranstaltete der Bundesverband der deutschen Heizungsindustrie (BDH) gemeinsam mit dem Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt GmbH am 28. November 2017 im Wälderhaus in Hamburg die 4. Fachkonferenz Flächenheizung/-kühlung.

 

Entsprechend stand die Verbindung von Architektur und Anlagentechnik, insbesondere bei der Modernisierung von Bestandsgebäuden, im Fokus. Denn bei der Installation einer Flächenheizung/-kühlung werden viele angrenzende Gewerke der Baukonstruktion tangiert, wie beispielsweise der Estrich und die Bodenaufbauten, die Wand- und Deckenaufbauten sowie die vielfältigen Varianten von Oberflächengestaltungen.

 

In seinem Eröffnungsvortrag gab Peter Friemert, Geschäftsführer der ZEBAU GmbH, einen Überblick über die vom Gesetzgeber definierten Vorgaben zu energetischen Anforderungen an den Neubau und stellte einen Bezug zu früheren Forschungsprojekten sowie zum realen Baustandard her. Anschließend zeigte er, welchen Anteil die energetischen Kosten an den Gesamtkosten eines Gebäudes haben. Zum Abschluss wies er auf das Referenzobjekt „Stadt-Aktivhaus“ in Frankfurt am Main und das Netzwerk Effizienzhaus Plus hin.

 

In seinem Impulsreferat zeigte Architekt Thomas Wilken vom Institut für Gebäude und Solartechnik der Technischen Universität Braunschweig wie zukünftige Gebäude Nutzerkomfort, Transparenz und Energieeffizienz vereinen können. Dabei erläuterte er das Zusammenspiel von integraler Planung und einem ganzheitlichen Energiekonzept. In diesem Spannungsfeld nehme nicht nur eine maximale Gebäudedämmung eine tragende Rolle ein, sondern sollten vielmehr alle Einflussparameter aktiv im Gebäude zusammenwirken. Ein besonderes Augenmerk lag in der Beschreibung eines Projektes in dem Sonnenenergie über Photovoltaik mit einem hydraulischen Heizungssystem gekoppelt wurde. In diesem Projekt wurde die Flächenheizung/-kühlung zum einen als ideales Wärmeübergabesystem im Niedertemperaturbereich (Vorlauftemperaturen < 30 °C) eingesetzt und zum anderen als Speichermasse zur Strompufferung genutzt. Durch ein aktives Lastmanagement konnte so den Nutzern ein ihren Wünschen entsprechendes Gebäude realisiert werden.

 

BDH-Referent Frank Hartmann erläuterte in seinem Vortrag die Marktentwicklung der Flächenheizung/-kühlung in Deutschland. Im Folgenden erläuterte er den Doppelnutzen „Heizen/Kühlen“ beim Einsatz einer Flächenheizung/-kühlung sowie die bei der Bestandssanierung zur Verfügung stehenden Systeme. Am Ende wies er auf die vom BDH erstellten Materialien hin. Diese stehen unter www.flaechenheizung-bdh.de zum Download bereit.

 

Heike Pfaff von der Heck Wall Systems GmbH stellte die technischen Randbedingungen beim Einsatz von Putzen beim Einbau einer Wandheizung/-kühlung vor. Sie hob die zu beachtenden Aspekte beim Einsatz verschiedener Putzsysteme hervor und wies auf die vorhandenen Lösungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit dem Einbau einer Wandheizung/-kühlung hin. Anhand von Praxisbeispielen wurden die Lösungsansätze für die verschiedenen Putze im Detail vorgestellt.

 

In seinem Vortrag „Sanierung mit Trockenbau Flächenheizungen“ präsentierte Achim Nierbeck, Geschäftsführer der mfh-systems GmbH, zunächst die Entwicklung der Trockenbausysteme und erläuterte nachfolgend deren Einsatzmöglichkeiten bei der Sanierung von bestehenden Gebäuden. Auf Grund der hohen Varianz an verschiedenen Systemlösungen sei die Flächenheizung/-kühlung im Trockenbau besonders geeignet sowohl für den Einsatz im Neu- als auch im Altbau. Darüber hinaus seien diese Systeme gut und schnell regelbar und daher prädestiniert, um die Flächenheizung/-kühlung als so genannte Bedarfsheizung einsetzen zu können. Dadurch ließen sich zudem weitere Energieeinsparungen erzielen.

 

Peter Niemann vom Institut für Technische Thermodynamik an der TU Hamburg Harburg, präsentierte die gemeinsam mit seinem Projektpartner Finn Richter durchgeführten Komfortuntersuchungen zu Flächenkühlungen. Einleitend beschrieb Niemann die Notwendigkeit der Entfeuchtung und der damit verbundenen Belastung der elektrischen Netze. Daher sei ein Forschungsschwerpunkt der Vergleich von konventionellen Klimageräten mit sorptionsgestützten Geräten unter Einbeziehung der Flächenkühlung. Durch die Entkopplung der Vorgänge „Entfeuchten“ und „Abkühlen“ bei den sorptionsgestützten Geräten konnten Energieeinsparungen erzielt werden. Zudem konnte die Kühlung im Raum mit der vorhandenen Flächenheizung realisiert werden, da die Nutzung höher temperierter Wärmesenken möglich sei. Ferner sei eine Reduzierung der Luftwechselrate auf den aus hygienischen Gründen minimal erforderlichen Wert möglich geworden. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt seien die Komfortuntersuchungen zu Flächenkühlsystemen. Dabei wurde festgestellt, dass eine Homogenisierung der vertikalen Temperaturverteilung durch die Flächenkühlung erfolgte. Dies wiederum führte auch dazu, dass in über image003.png der Betriebszeit die Anforderungen an die Behaglichkeitskategorie A/B erfüllt wurden. Insgesamt sei daher die Flächenkühlung ein ideales System für die sommerliche Kühlung.

 

Über aktuelle Erfahrungen zur Wandheizung berichtete Herr Klaus Budig, Geschäftsführer der Klaus Budig GmbH. Dabei wurden spezielle Lösungsansätze für die unterschiedlichsten Anwendungsfelder präsentiert.

 

Thema des Abschlussvortrags von Christian Kaiser war die ökologische Altbausanierung in Verbindung mit einer Flächenheizung/-kühlung. In seinem Vortrag beschrieb Kaiser wie die vorhandene Baukultur bei der Sanierung erhalten wurde, am Ort vorhandene Naturmaterialien Verwendung fanden und die Energieeffizienz durch Nutzung der Flächenheizung/-kühlung optimiert wurde. Alles gemeinsam sorgte dann in den beschriebenen Sanierungsfällen zu einem guten Raumklima für den Nutzer und zu einem wirtschaftlichen Bau- und Raumkonzept.

 

Als Resümee lässt sich festhalten: Flächensysteme mit niedrigen Systemtemperaturen sind ideal geeignet, um für ganzjährigen Komfort zu sorgen.